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Kurztipp: Parlamentsfernsehen im VLC

Kurztipp: Parlamentsfernsehen im VLC, mit RTMP-URL und Parametern.

Die Website des Deutschen Bundestages macht es, aus welchen Gründen auch immer, recht schwierig, den Livestream unseres hauptsächlichen Gesetzgebungsgremiums — das sogenannte „Parlamentsfernsehen“ — unter Linux anzuschauen. Grund dafür ist die konsequente Verwendung von Flash, welches kurz vor dem webtechnologischen Dahinscheiden steht, und noch dazu von Flashfeatures, die unter der für Linux verfügbaren Flash-Variante scheinbar nicht zur Verfügung stehen. Jedenfalls läuft der Livestream weder mit Firefox noch mit Chromium. Soweit, so schlecht. Das wäre alles aber nicht weiter schlimm, wenn man sich dazu bequemen würde, für diejenigen unter uns, die Flash nicht nutzen können oder wollen (der CPU-Verbrauch allein ist ein starkes Argument dagegen), eine einfache, für gängige Abspielprogramme geeignete Stream-URL zur Verfügung zu stellen. Ein solcher Bedarf scheint der technischen Abteilung der Bundestagsverwaltung aber völlig unvorstellbar. Stattdessen wird der Livestream so gestaltet, dass auch wirklich nur und ausschließlich Flash funktionieren soll. Bah.

Ich bekenne, mich bisher nicht mit dem Feinheiten des Internet-Streamings auseinandergesetzt zu haben und habe bisher gehofft, das so lange vor mir herschieben zu können, bis HTML5 der allgegenwärtige Standard ist. Heute steht allerdings die Aktuelle Stunde zum Thema BND und NSA an. Die Aktuelle Stunde ist in §106 Absatz 1 der Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages (GOBT) definiert, der da lautet:

(1) Für die Aussprache über ein bestimmt bezeichnetes Thema von allgemeinem aktuellen Interesse in Kurzbeiträgen von fünf Minuten (Aktuelle Stunde) gelten, soweit diese Geschäftsordnung nichts anderes vorschreibt, die Richtlinien (Anlage 5).

Wer mag, kann auch die Anlage 5 zur GOBT lesen.

Es dürfte also (hoffentlich) eine Reihe verschiedener Positionen zum Thema geben. Allein, wie anschauen so ohne Flash?

Am Parlamentsfernsehen besteht nach einiger Websuche wohl kein allzu hoher Bedarf. Kurioserweise finden sich die erforderlichen Informationen ausgerechnet bei Gulli, wenn auch in einer Weise, die für mich als jemanden, der noch nie einen derartig blockierten Stream geschaut hat, nicht sonderlich hilfreich war. Weitere Websuche brachte dann heraus, dass es für solche Zwecke offenbar ein Programm namens rtmpdump gibt, dessen Ausgabe man in VLC hineinpipen kann.

Die Kommandozeilenaufrufe sehen dazu aus wie folgt:

# Parlamentsfernsehen Kanal 1
rtmpdump --tcUrl rtmp://x3777parlac13014.f.l.f.lb.core-cdn.net:1935/13014bundestag \
  --app 13014bundestag --playpath live/3777parlamentsfernsehen/live_1000 \
  --host x3777parlac13014.f.l.f.lb.core-cdn.net -v \
  --swfVfy http://webtv.bundestag.de/iptv/swf/xflv/showIt3_10.swf | vlc -

# Parlamentsfernsehen Kanal 2
rtmpdump --tcUrl rtmp://x4177pfs2c13014.f.l.f.lb.core-cdn.net:1935/13014bundestag \
  --app 13014bundestag --playpath live/4177pf_s2/live_de_1000 \
  --host x4177pfs2c13014.f.l.f.lb.core-cdn.net -v \
  --swfVfy http://webtv.bundestag.de/iptv/swf/xflv/showIt3_10.swf | vlc -

Plenarsitzungen laufen in der Regel auf Kanal 1. Kanal 2 ist meist für Ausschussitzungen diverser Art.

Sehen toll aus diese Parameterkonvolute. Das funktioniert zwar momentan, aber wie lange diese Ketten in dieser Form gültig bleiben, steht wohl in den Sternen. Als nächstes werde ich mich damit beschäftigen müssen, wie man diese tolle Buchstabensuppe selbst herausfinden kann.

Valete.