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Instant Secure Touch'n'Smart Writer auf der IFA vorgestellt

Zurzeit ist wieder IFA-Zeit, was dieser Beitrag zum Anlass nimmt, revolutionäre neuen Technologien vorzustellen.

Die Internationale Funk-Ausstellung (IFA) hat in Berlin ihre Türen für Besucher eröffnet. Zwar ist nicht ganz klar, welche Neuheiten im Funkbereich zu erwarten sind, aber das hindert Her- und Aussteller natürlich nicht daran, auch abseits des Kernthemas Funk bahnbrechende Neuigkeiten wie smarte Hörgeräte und Körperfettmesser vorzustellen. Schließlich werden Geräte mit keinesfalls schon jahrelang bekannten Techniken vorgestellt, sog. „Smartphones“ und „Fernseher“. Man kann die innovative Athmosphäre förmlich mit den Händen greifen.

Da passt es gut, dass vor kurzem eine weitere Innovation auf den Markt gekommen ist, der bisher leider viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Das auf den etwas sperrigen Begriff „Instant Secure Touch’n’Smart Writer“ hörende High-End-Device ist wie bei neuen innovativen Technologien üblich zwar noch etwas unhandlich, doch darf vermutet werden, dass die dahinter stehende deutsche Firma Wanderer rasch nachbessern wird.

Instant Secure Touch'n'Smart Writer, Frontansicht

Das Gerät macht sich die in besonders in Unternehmenskreisen grassierende Angst vor Datendiebstählen zu nutze und ist zur Beruhigung des geschäftsführenden Gewissens mit einmaligen Sicherheitsfunktionen ausgestattet. So ist es praktisch unmöglich, einen per Internet gesteuerten Fernangriff auf den Touch’n’Smart Writer auszuführen, ein Angreifer muss über physischen Zugriff zum Gerät verfügen, um überhaupt nur eine Chance zu haben. Selbst dann aber wird er wenig Aussicht auf Erfolg haben, denn dank modernster Technik ist der Speicher des Geräts mathematisch erwiesenermaßen nicht nachträglich auslesbar. Wie die Geschäftsleitung einräumt, gilt dies aber natürlich nur dann, wenn der Touch’n’Smart Writer bestimmungsgemäß benutzt wird, d.h. insbesondere der in eigener innovativer Technik gefertigte bandartige Bildschirm regelmäßig ausgetauscht und vernichtet wird. Es muss nicht betont werden, dass es sich dabei nicht um einen Nach-, sondern um einen Vorteil handelt, denn dieser kostet lediglich wenige Euro und seine Vernichtung ist absolut umweltfreundlich und zerstört jegliche gespeicherten Daten unwiederbringlich. Dank der Verwendung ausschließlich organischer Materialien bestehen bei Verbrennung weder Gesundheits- noch Umweltgefahren.

Instant Secure Touch'n'Smart Writer, Rückansicht

Der Touch’n’Smart Writer materialisiert die eingegebenen Texte sogleich auf ein nicht durch Telekommunikation auslesbares Medium, d.h. auch diese sind in Ermangelung eines physischen Zugriffs unhackbar. Die erhöhte Sicherheit bringt ein gewisses Minus im Bedienkomfort mit sich, da das so erzeugte Medium nicht über die gängigen Netzwerkkanäle (insb. E-Mail) übertragen werden kann. Die Pressestelle des Unternehmens gibt sich aber zuversichtlich, dass in den für Unternehmen üblichen Innovationszyklen von fünfzig bis siebzig Jahren (man denke ja langfristig) der größte Teil der Zielgruppe auf das neue System umgestellt habe. Ohnehin sei es ja mittlerweile Allgemeinwissen, dass E-Mails lediglich die Sicherheit einer Postkarte aufwiesen. Im Gegensatz zu der sehr nutzerunfreundlichen Verschlüsselung von E-Mails biete der Touch’n’Smart Writer zudem eine vollkommen intuitive Benutzeroberfläche, die wirklich jeder verstünde, selbst dann, wenn er noch nie mit diesem Internet zu tun gehabt habe.

Das Gerät besticht zudem durch maximale Kompatibilität. Auf der Gegenseite wird weder eine besondere Empfangseinrichtung (Smartphone) noch ein bestimmtes Programm (App) vorausgesetzt. Die Probleme, mit denen sich alternative Messanger im Privatbereich oft ausgesetzt sehen (nämlich, dass die Gegenpartei die erforderliche App nicht installieren will oder kann), bestehen beim Touch’n’Smart Writer schlicht nicht. Obwohl also eigentlich der sicheren Kommunikation im geschäftlichen Bereich zugedacht, könnte das Device auch unter Privatleuten rasch Freunde gewinnen.

Der innere Aufbau des High-Tech-Devices ist Betriebsgeheimnis der Wanderer AG und durch Softwarepatente geschützt, worauf man bei der Herstellerfirma besonders stolz ist, da man so deutsche Wertarbeit vor amerikanischen und chinesischen Heuschrecken bewahren könne. Wegen der zu großen Ähnlichkeit mit bereits existierenden Computer-Tastaturen lehnte das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) allerdings eine Patentierung der Eingabeschnittstelle ab, worüber man enttäuscht ist, da ja das haptische Feedback beim Touch’n’Smart Writer von einer um Längen überlegenen Qualität sei, mit der eine gewöhnliche PC-Tastatur und erst recht die völlig der Haptik ermangelnden Smartphone-Tastaturen nicht vergleichbar seien.

Ausgabemedium des Secure Touch'n'Smart Writers

Die Branche jedenfalls dürfte auf diese Technik schon jahre-, wenn nicht jahrzehntelang gewartet haben. Auch ich kann den regelmäßigen Lesern dieses Blogs nur nahelegen, ein solches Device alsbald zu erwerben. Dem Touch’n’Smart Writer steht eine glorreiche Zukunft in Aussicht, die dem Schutz personenbezogener Daten endlich wieder zu der Bedeutung verhilft, die ihm zusteht. Und das ganz bedienfreundlich und voll rückwärtskompatibel.

Valete.

Hinweis: Bei diesem Beitrag handelt es sich natürlich um Satire.